Ich lebe in Berlin und bin seit über 20 Jahren in der Softwareentwicklung unterwegs. Angefangen habe ich 2006 als Praktikant bei form4, danach Werkstudent, Softwareentwickler, Projektleitung, Unitleitung. Heute bin ich dort CTO und CISO. Tagsüber geht es also um Softwarearchitektur, Entwicklung und Informationssicherheit. Hier auf m2x.rocks geht es um mich persönlich und um die Themen, die mich gerade umtreiben.
Was sich gerade verändert
Die größte Veränderung der letzten Zeit: Wie Software entsteht, verschiebt sich gerade grundlegend. Bei mir sieht das inzwischen so aus, dass AI-Agenten implementieren und spezialisierte Agenten reviewen. Meine Arbeit liegt davor und daneben: Anforderungen sauber spezifizieren, Regelwerke definieren, nach denen jede Agent-Session arbeitet, und Quality Gates aufbauen, die messbar entscheiden, ob ein Ergebnis gut genug ist. Tests, Code Coverage, statische Analyse, Security-Scans – nicht das Gefühl, dass der Agent schon weiß, was er tut.
Ich nenne das Agentic Engineering. Der Unterschied zum Vibe-Coding ist für mich entscheidend: Vibe-Coding heißt, dem Agenten zu vertrauen. Agentic Engineering heißt, ihn durch Spezifikation, Regeln und Gates zu steuern und das Ergebnis zu prüfen. Die 20 Jahre Engineering-Erfahrung sind dabei nicht weg. Sie stecken jetzt in den Leitplanken.
Das betrifft nicht nur meine eigenen Projekte. Seit Anfang 2026 bauen wir auch bei form4 die Entwicklung so um, dass das Team agentisch implementieren kann. Klassische Entwicklung läuft parallel weiter, aber die Richtung ist klar. Und als CISO schaue ich dabei immer auch auf die andere Seite: Was bedeutet es für Sicherheit, Datenschutz und Nachvollziehbarkeit, wenn Agenten Code schreiben? Für mich ist die Antwort dieselbe wie seit jeher – Security-by-Design, von Anfang an mitgedacht, und Prüfungen, die nicht vom guten Willen abhängen.
Warum dieser Blog?
Vieles davon ist Neuland, auch für mich. Ich probiere aus, verwerfe, baue um. Dieser Blog ist der Ort, an dem ich das festhalte: als Dokumentation für mich selbst und für alle, die sich mit ähnlichen Fragen beschäftigen. Was funktioniert wirklich? Wo liegen die Grenzen? Und was hat sich seit den Zeiten der Model-Driven Architecture eigentlich verändert – und was nicht?
Ein paar Beispiele aus meinen privaten Projekten: eine Pipeline, in der ein Ticket einen Workflow auslöst, ein Agent implementiert, Tests mit begrenzter Fix-Schleife laufen und am Ende automatisch ein Merge Request entsteht – gemergt wird nie automatisch. Oder ein App-Prototyp, der in drei Abenden mit rund neun Stunden aktiver Arbeit von der Idee bis zum testbaren Stand kam. Ein Prototyp mit Beispieldaten, kein fertiges Produkt – aber ein guter Realitätscheck dafür, was heute geht.
Worüber ich schreibe
- Agentic Engineering: Spezifikation, Regelwerke und Quality Gates für AI-Agenten
- Agentic Coding Workflows: Wie Agenten im Alltag sinnvoll zusammenarbeiten
- MCP-Integration: Eigene MCP-Schnittstellen, Kontextgrößen, Performance
- Automatisierung: Pipelines, die Qualität messbar machen
- Persona-basierte Content-Generierung: Texte aus einer Single Source of Truth
- Und alles andere, was mich interessiert – von Report-Generierung bis Eleventy
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